Sandra Bürgel

Hotel California – Kunstausstellung über Menschen in der Suppenküche

Hotel California umfasst 26 Portraits des Künstlers Klaus Winichner.

Überleben ist eine Kunst – wir unterstützen die Künstler – und die Künstler unterstützen uns: Die Suppenküche lebt davon, dass viele Menschen sich engagieren und mit ihren Talenten einbringen.

So ist es sehr erfreulich, dass Klaus Winichner sein Talent als Kunstschaffender in den letzten Wochen und Monaten eingebracht und Mitarbeiter und Gäste porträtiert hat. Die dabei entstandenen Werke werden ab der kommenden Woche für vier Wochen im Saal der Suppenküche zu sehen sein.

Die Eröffnung der Ausstellung werden wir am Donnerstag, dem 22. September gegen 10 Uhr im Saal der Suppenküche begehen. Die Ausstellung kann, abgesehen von der Eröffnung, zu den üblichen Zeiten der Suppenküche besucht werden: Di.–So., 12:45-14:30 Uhr.

Hotel California umfasst 26 Porträts auf Papier, eine Auswahl von Porträts, die seit Mai von Gästen und Mitarbeitern der Suppenküche entstanden sind, die meisten von ihnen im Freien, im Tageslicht, manchmal geplant, oft improvisiert und schnell, der Situation entsprechend.

Armut ist seit der Antike ein Motiv in der Kunst. Modelle von der Straße hatten im Barock, noch vor Aufklärung und industrieller Massenproduktion, ihre Blüte, als Apostel mit schmutzigen Füßen nicht nur der Einfachheit Christi entsprachen, sondern naturalistische Darstellungsweisen auf die ‚Vermenschlichung‘ religiöser Inhalte zielten.

Obwohl die hier gezeigten Köpfe ebenso gut einer Kreuzigung oder niederländischen Taverne entsprungen sein könnten (einäugig, zu große Ohren, zerfahrene Haare, Bart aus einzelnen Strichen) sind sie dem Realismus geschuldet. So wie der Realismus dem Idealismus Ungerechtigkeit vorwirft und die DDR den einen sozialistisch und den anderen problematisch nannte – hätte sie Instagram kommen sehen, hätte sie mehr denn je auf die Notwendigkeit von Sozialismus und Realismus bestanden.

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